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Die Frau im Islam (Vergleich)
#1
bismillah


Assalamu 'alaikum wa rahmatullahi wa barakatuh,

In šāʾa llāh seid ihr im Besten Zustand Eurer Gesundheit und Eurem Glauben.


Ich möchte mit Euch Insha' Allah ein Kapitel teilen, aus dem Buch:

''Die Frau im Islam im Vergleich zu der Frau in der judeo-christlichen Tradition''


Die Not der Witwen


Weil das Alte Testament den Witwen überhaupt keine Erbrechte zusprach, waren sie die Ungeschützten des jüdischen Volkes. Die männlichen Verwandten, die das Vermögen ihres Mannes geerbt hatten, mussten sie von diesem Besitz versorgen. Dennoch hatten die Witwen keinerlei Möglichkeit, ihre Versorgung zu sichern und waren der Gnade anderer ausgeliefert. Daher gehörten die Witwen zu der niedrigsten Gesellschaftsschicht im alten Israel und die Witwenschaft bedeutete einen großen Abstieg. (Isaiah 54:4)

Aber die Not einer Witwe, gemäß biblischer Tradition, ging weiter als nur ihr Ausschluss am Vermögen ihres verstorbenen Ehemannes. Gemäß (Genesis 38) musste eine kinderlose Witwe den Bruder ihres verstorbenen Mannes heiraten, auch wenn er bereits verheiratet war, so dass er Nachkommen für seinen toten Bruder zeugen konnte, um so sicherzustellen, dass der Name seines Bruders nicht ausstirbt.

"Da sprach Juda zu Onan: Geh zu deines Bruders Frau und nimm sie zur Schwagerehe, auf dass du deinem Bruder Nachkommen schaffest." (1. Mose 38,8)

Die Zustimmung der Witwe zu dieser Heirat ist nicht erforderlich. Die Witwe wird als Teil des Besitzes des verstorbenen Ehemannes betrachtet, deren Hauptaufgabe darin besteht, die Nachkommenschaft des Ehemannes sicher zu stellen. Dieses biblische Gesetz wird im heutigen Israel immer noch angewandt. (48)

Eine kinderlose Witwe wird dem Bruder ihres Mannes vermacht. Wenn der Bruder noch zu jung zum Heiraten ist, muss sie abwarten, bis er erwachsen ist. Sollte der Bruder ihres verstorbenen Mannes sich weigern sie zu heiraten, wird sie freigestellt und kann einen Mann ihrer Wahl heiraten. Es kommt nicht selten vor, dass die Witwe von ihrem Schwager erpresst wird um ihre Freiheit zu erlangen.

Vor dem Islam besaßen die heidnischen Araber eine ähnliche Praxis. Die Witwen wurden als Teil des Besitzes des Ehemanns betrachtet, der von den männlichen Verwandten ebenfalls geerbt wurde und im Allgemeinen mit dem ältesten Bruder des verstorbenen Ehemanns verheiratet wurde.

Der Qur'an greift diese Praxis vernichtend an und schaffte diese erniedrigende Sitte ab:

"Und heiratet nicht Frauen, die eure Väter geheiratet hatten, abgesehen von dem bereits zuvor Geschehenen. Siehe, dies ist eine Schande, etwas Abscheuliches und ein übler Weg."

Sura an-Nisa (4) Vers 22

Witwen und geschiedene Frauen wurden in der biblischen Tradition so gering geschätzt, dass einer der Hohen Priester weder eine Witwe, noch eine geschiedene Frau oder eine Prostituierte heiraten konnte: "Die Frau, welche er (der Priester) heiratet muss eine Jungfrau sein. Er darf keine Witwe, keine Geschiedene oder eine durch Prostitution befleckte Frau heiraten, sondern nur eine Jungfrau aus seinem eigenen Volk, damit er seine Nachkommenschaft unter seinem Volk nicht verunreinige." (Leviticus 21:13-15)

Ein Nachkomme des Cohen Clans (die Hohen Priester zur Zeit des Tempels) kann im heutigen Israel keine Geschiedene, keine Witwe oder Prostituierte heiraten. (49)

Ausserdem wird in der jüdischen Gesetzgebung eine dreifach verwitwete Frau, deren Ehemänner eines natürlichen Todes gestorben sind, als verhängnis-bringend angesehen, eine weitere Verehelichung wird ihr untersagt. (50)

Der Qur'an andererseits kennt weder Clans oder Stämme noch verhängnisvolle Personen. Witwen und geschiedene Frauen sind frei sich nach Belieben wieder zu verheiraten. Es bleibt kein Stigma auf einer Scheidung oder Witwenschaft zurück.

Qur'an:


"Und wenn ihr euch von euren Frauen scheidet und ihre (Warte-) Frist ausläuft, dann haltet sie in Güte fest oder entlässt sie in Güte. Doch haltet sie nicht fest, um ihnen Schaden zuzufügen. Wer dies tut, sündigt wider sich selbst. Und treibt keinen Spott mit Allah's Versen und gedenkt der Gnade Allah's gegen euch und des Buches und der Weisheit, die Er zu euch hinabsandte, um euch damit zu ermahnen. Und fürchtet Allah, und wisset, dass Allah über alles Bescheid weiß."

Sura al-Baqara (2) Vers 231

"Und diejenigen von euch, welche verscheiden und Gattinnen hinterlassen, so müssen diese vier Monate und zehn Tage warten. Haben sie aber ihre Frist erfüllt, so trifft euch keine Sünde, wenn sie auf passende Weise selbst über sich verfügen; und Allah ist mit dem vertraut, was ihr tut."

Sura al-Baqara (2) Vers 234

"Und diejenigen von euch, welche verscheiden und Gattinnen hinterlassen, sollen ihren Gattinnen letztwillig Versorgung für ein Jahr vermachen, ohne sie aus (dem Hause) zu weisen. Gehen sie jedoch weg, so trifft euch keine Schuld, wenn sie nach Billigkeit über sich selbst verfügen Und Allah ist mächtig und weise."

Sura al-Baqara (2) Vers 240


Quelle:

Die Frau im Islam
(Sherif Abdel Azim)
O Meine Diener, die ihr gegen euch selbst maßlos gewesen seid, verliert nicht die Hoffnung auf Allahs Barmherzigkeit. Gewiß, Allah vergibt die Sünden alle. Er ist ja der Allvergebende und Barmherzige. (39:53)



"Wenn du das Geräusch der Stifte hören könntest, mit denen die Engel deinen Namen zu denjenigen schreiben, die Allah gedenken, würdest du vor Freude sterben."
*- ibn al-Qayyim, rahimuALLAH -
  


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