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Frohe Botschaft den Fremden
#1
bismillah
Salam_wr

Ich habe hier einen Artikel aus der alten Zeitschrift "Denk mal islamisch". Vielleicht kennt die Eine oder der Andere sie noch. Leider mussten sie aufhören, weil ihr Verlag geschlossen wurde. Ich habe aber noch einen ganzen Stapel davon bei mir Zuhause und bin letztens auf diesen schönen Artikel gestoßen.
Er greift ein Thema auf, welches immer deutlicher wird und mehr als aktuell ist.

Frohe Botschaft den Fremden
von Shariffa Carlo

Abdullah ibn Masud sagte; ,,Der Prophet sallalahu aleyhi wa salam sagte;
Der Islam kam als etwas Fremdes und er wird als etwas Fremdes zurückkehren, so wie es am Anfang war, so gebe gute Nachricht an diese Fremden.
Jemand fragte: Wer sind diese Fremden? Er sagte: Diejenigen, die sich für die Sache des Islams von ihren Leuten (ihrem Volk) losgesagt haben."

Ich schaue um mich und sehe eine Vermehrung von Fremden. Menschen die ihr zuhause verlassen haben, ihre Familien und ihr altes Leben, im Streben nach grüneren Weiden. Das Problem ist, dass sie bei ihrer Ankunft zu viele Wüsten vorfinden. Die Menschen zu denen sie auswandern, klingen und sehen aus wie Muslime, doch so vieles ist verzerrt.

In letzter Zeit fühle ich mich mehr und mehr wie ein Fremder. Ich lebe nun in einem muslimischen Land, doch selbst hier muss ich mich isolieren. In Ordnung. Es gibt sehr viele Vorteile. Ich wache mit dem Adhan auf; meine Kleidung wird nicht als fremd oder auffällig angesehen; das meiste Haram wird im Verborgenen gehalten; und man findet an jeder Ecke eine Moschee. Ich betrachte es immer noch besser als jede andere Alternative, aber etwas fehlt.

Vertraue mir. Ich bin nicht in ein muslimisches Land gegangen mit dem Glauben Jannah vorzufinden. Ich bin eine sehr pragmatische Frau. Ich verstehe, dass wenn man Muslim wird, man nicht plötzlich perfekt wird. Ich denke worauf ich nicht vorbereitet war, ist die Tatsache wie viel Haram alltäglich- akzeptiert geworden ist. Keine große sache eben. (aadi- wie die Einheimischen zu sagen pflegen)

Haram findet man sogar in der Stadt des Propheten sallalahu aleyhi wa salam . Ich weiss das. Es gibt keine Möglichkeit, die Menschen daran zu hindern Haram zu begehen. Denn möchte jemand es tun, wird er immer eine Möglichkeit finden. Doch ich rede hier von Einstellungen. Ich meine das Gefühl, dass Haram die Norm ist und das Halal das Fremde ist.

Ein kleines Beispiel. Wann immer eine Hochzeit stattfindet, wird Musik zu einer Norm. Du kannst eine Band oder einen DJ erwarten., weil es keine große Sache ist, vorallem seitdem so viele "Sheikhs" es für Halal erklärt haben. So überrascht es mich nicht, dass der Prophet sallalahu aleyhi wa salam uns schon gewarnt hat.

Überliefert von Amir oder Abu Malik Al-Ashari, dass er den Propheten sallalahu aleyhi wa salam sagen hörte;
"Unter meinen Anhängern wird es Menschen geben, die den verbotenen Geschlechtsverkehr, das Tragen von Seide, das Trinken von Alkohol und das Benutzen von musikalischen Instrumenten als erlaubt ansehen." (Sahih Bukhari)

Da wir wussten, dass dies geschehen würde, warum bin ich dann überrascht? Normalerweise wenn die Menschen gewarnt werden, haben sie genügend Verstand, wenn die Geschehnisse eintreffen. Es ist eine Sache Haram zu begehen, eine andere aber, wenn es zu einer Normalität wird und Derjenige, der sich weigert daran teilzunehmen, verurteilt wird, so wie es heutzutage geschieht.

Es ist sogar schlimmer, wenn derjenige, der sich weigert daran teilzunehmen, kritisiert wird. Neulich auf einer Hochzeit wurde Musik gespielt und ich verließ den Raum um zu warten bis es vorbei ist. Eine uneinsichtige Schwester fragte mich warum ich "mich verstecke". Ich erklärte es ihr und ihre Antwort war "...Und es war in Ordnung als sie das Arabische Zeug (Daff und Stimme) gespielt haben? Es ist doch alles das Gleiche." Ich versuchte ihr die Hadithe zu erklären, in denen der Daff und die Stimme zu einer Ausnahme erklärt werden. Doch sie ging, ärgerlich mit mir, da ich nicht am Haram teilnahm.

Doch dies ist nur die Spitze des Eisberges. Frauen, die Hijab tragen werden in muslimischen Ländern von Muslimen nicht eingestellt bis sie ihren Hijab ausziehen. Männer mit Bart werden als zurückgeblieben angesehen, dumm und ungeschickt. Das Gegenteil von dem, was Allah und der Prophet sallalahu aleyhi wa salam uns befahlen ist zur Norm geworden und die praktizierenden Muslime werden ausgeschlossen und verbannt. Neulich in einem Interview, hat die unbedeckte Frau, welche mich interviewte, sich im wahrsten Sinne des Wortes gekrümmt, mir in die Augen geschaut und gesagt:
"Bist du dort irgendwo drinnen?"
Sie wollte mich minderwertig fühlen lassen, da ich mich entschieden hatte Allah zu gehorchen und sie nicht.
Eine andere Frau versuchte sich selber zu erklären, weshalb ich mich bedecke und kam zum Schluss, dass ich es für meinen Mann tat. Ich ließ die Seifenblase schnell zerplatzen und erklärte ihr in ganzen Sätzen, dass dies Allahs Recht über mich ist und dass ich Seinen Willen erfülle. Sie konnte es kaum glauben, das dies jemand freiwillig tat, obwohl sie in einem muslimischen Land geboren und aufgewachsen ist.

Eine andere Frau mit Abaya und Schleier erzählte mir, dass sie es sofort ausziehen würde, wenn sie die Möglichkeit hätte nach Amerika zu gehen. Es schien als ob die Kultur und aib (Scham) die einzige Motivation seien.

Wie ich schon sagte, wusste ich, dass es solche Menschen gibt, so dass mich ihre Existenz nicht schockte. Was mich erschrak ist, dass es zu einer Normalität geworden ist. Als ich vor einigen Jahren von Amerika nach Saudi Arabien flog war ich enttäuscht, dass eine Palästinenserin und ich die einzigen waren, die sich von selbst bedeckten. Meine Enttäuschung wurde noch größer, als eine "hilfsbereite" saudische Frau mir erklärte, dass ich den Schleier noch nicht tragen müsse. Die Enttäuschung wurde zu Kummer, denn als wir und Saudi Arabien näherten, begannen die Frauen sich zu bedecken und trugen plötzlich Schleier und Abaya.

Haben wir die Grenzen von Allahs Sicht erreicht oder nur die Grenzen unseres Glaubens? Gab es einen Glauben oder nur die Angst vor Konsequenzen wenn die Gesetze gebrochen werden? Versteht mich nicht falsch, ich habe viele großartige saudische Frauen getroffen, doch keine davon saß in diesem Flugzeug.

Wieder komme ich zurück zu dem Hadith: "Der Islam kam als etwas Fremdes und er wird als etwas Fremdes zurückkommen..." und ich sehe wie nahe wir sind, diese Prophezeihung zu erfüllen. Es gibt ein unbekanntes Gedicht darüber, was wir tun würden, wenn der Prophet sallalahu aleyhi wa salam uns heute besuchen würde. Es ist ein sehr ergreifender Einblick, wie weit wir abgeirrt sind von unserem Beispiel. Ich frage mich, wie wir den Propheten sallalahu aleyhi wa salam behandeln würden, wenn er unsere Moschee oder unser Haus besuchen würde.

In einer Moschee, in der ich häufig war, stand ein Bruder an Jumuah auf und erklärte, weshalb es Haram sei, Halloween zu feiern. Der Iman stimmte ihm zu und schlug vor an dem Tag die Kinder in die Moschee zu bringen und ihnen Süßigkeiten und Kekse zu geben, so dass sie sich nicht ausgegrenzt fühlten.

Meine Frage ist; was würde der Prophet sallalahu aleyhi wa salam über diesen Kompromiss sagen?

Wie viele Moscheen wurden mit Zinsen bezahlt? Wie viele unserer Moscheen sind mit Frauen gefüllt, die ihre Kopfbedeckung mit der Kleidung von Männern (Hosen) kombinieren oder noch schlimmer, gar kein Kopftuch tragen? Wie viele unserer Moscheen sind zu einem Haus von Bidaa, Ghibah und Shirk geworden? Wie viele von uns wären stolz auf die Jumuah-Khutba in unseren Moscheen? Nicht viele.

Ich fordere jeden dazu auf. Beschreibt den Propheten sallalahu aleyhi wa salam mit seinem Leben und seinem Charakter. Erwähnt nicht den Teil, der seine Indentität offensichtlich machen würde. Präsentiert ihn den Muslimen und fragt, ob dieser Mann ein normaler Muslim, ein fundamentalistischer oder ein fanatischer sei. Sei nicht schockiert wieviele ihn als Fanatiker bezeichnen werden.

Vertraue mir, der Prophet sallalahu aleyhi wa salam würde als der fremdartigste von uns allen, der fanatischste betrachtet werden. Ich kann nur das eine sagen; Gute Nachrichten für die Fremden... Gute Nachrichten für Rasul Allah sallalahu aleyhi wa salam.

Möge Allah uns alle rechtleiten amin.


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Der Prophet sallalahu alayhi wa salam sagte; "Haltet euch an meine Sunnah und die Sunnah der Rechtgeleiteten, besonnen Kalifen nach mir. Haltet an ihnen mit den Backenzähnen fest. Wehe euch vor den neuen Angelegenheiten, denn jede neue Angelegenheit ist eine Bidah und jede Bidah ist ein Irrweg."
#2
Waleikum salam wa rahmetullah we barakatuh,
Barakallahu feeki,das du dir die Mühe gemacht hast und den Text abgetippt hast.
Subhan'Allah es trifft wirklich vieles auf die aktuelle Lage der (praktizierenden)Muslime zu.
Möge Allah das schlechte von uns fernhalten und unseren Propheten (saws)segnen!
O ihr , die ihr glaubt, sucht Hilfe in der Geduld und im Gebet, wahrlich Allah ist mit den Geduldigen(Sure2/143)
#3
Amin! Wa feeki barakallah Ukhti und möge er uns zu der kleinen Gruppe Fremden gehören lassen amin!
Dscharir Ibn 'Abdullah berichtete, dass der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: "Allah wird demjenigen nicht barmherzig sein, bei dem die Menschen kein erbarmen finden. "

#4
Amin

Wa aleykum asalam liebe schwester

Jazzaki Allahu khairan fürs teilen.
Ein sehr bewegender Text
Man denkt immer die Lage der Muslime in "muslimischen" Ländern ist deutlich besser aber man hört und liest erstaunlicherweise oft das Gegenteil.Subhan Allah.
#5
Wajaki liebe Ukhti, also ich würde nicht sagen dass es das Gegenteil von Besser ist, denn das hat die Schwester in ihrem Text ja auch erwähnt; die Vorteile überwiegen alhamdulillah in einem Islamischen Land. Man kann sich kleiden wie eine Muslima und wird nicht als fremd angesehen, du hast da nicht überall die freizügigen Frauen, Adhan, Moscheen, Koran Unterricht an den Schulen, deine Kinder lernen kein Weinachten, Ostern usw... Wir müssen hier viel Dawa mit Ungläubigen machen, dort sieht die Dawa dann ganz anders aus unter den Muslimen. Es tut vielleicht mehr weh, weil man ja Glaubensgeschwister vor sich hat und wenn die die klaren Beweise leugnen... Aber der Prophet salla lahu alayhi wa salam hat ja gesagt, man bekommt mehr Hasanat wenn man unter den Menschen lebt und den Schaden von ihnen erträgt, als wenn man sich vor ihnen zurück zieht.
Dscharir Ibn 'Abdullah berichtete, dass der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: "Allah wird demjenigen nicht barmherzig sein, bei dem die Menschen kein erbarmen finden. "

  


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