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Sure 74:31 / Der rechte Weg liegt in Allahs Gnade
#1
Hallo zusammen,

ich bin Neueinsteiger, was den Koran angeht und habe vor ein paar Tagen einen Koran von der LIES! Stiftung bekommen, den ich mir gerade Stück für Stück erschließe.

Könnt ihr mir bei folgendem Ausschnitt aus Sure 74 : 31 weiterhelfen?

Zitat:... Somit erklärt Allah zum Irrenden, wen Er will, und leitet recht, wen Er will. ...

Bedeutet das, dass man nur den rechten Weg findet, wenn Allah es so möchte? Falls ja, warum sollen nicht alle das Recht darauf haben, den rechten Weg zu finden? Hat Allah denn nicht alle gleich lieb?

Ich selbst habe den Weg zu Gott / Allah (für mich ist das ein und derselbe) gefunden, ohne dass ich mir das meiner Meinung nach verdient hätte. Ich sehe es also als Gnade an, dass ich den rechten Weg finden durfte. Ich denke jedoch, dass jeder diese Chance verdient hätte.

Die Chance ausschlagen - und sich damit selbst zum Irrenden machen - kann man dank des freien Willens ja immer noch. Aber die Chance der Rechtleitung aufgrund Allahs Vorliebe erst gar nicht zu bekommen (wenn ich den Vers richtig lese), das fände ich schon sehr hart.

Hoffe, ihr könnt ein bisschen Licht ins Dunkel bringen. Und sorry, falls ich was Grobes übersehen haben sollte. Wie gesagt, alles noch neues Terrain für mich.

Vielen Dank schonmal. LG, Sebastian
#2
Salam alaykum,

Hier ein Link zum Tafsir:

http://www.way-to-allah.com/dokument/Taf...-Karim.pdf

Viele Grüße
Abraham
#3
Salam skayser,


Zitat:Bedeutet das, dass man nur den rechten Weg findet, wenn Allah es so möchte?



Allah ist allmächtig und allwissend. Es kann auf Erden nichts passieren, was Allah nicht will. Über dieses Wollen habe ich auch viel nachgedacht:  wenn Allah etwas nicht wollen würde, dann könnte er es ändern.


Zitat:Falls ja, warum sollen nicht alle das Recht darauf haben, den rechten Weg zu finden?




Was bedeutet es, Anrecht auf etwas zu haben, ein Recht auf etwas zu haben?


Zitat:Hat Allah denn nicht alle gleich lieb?

Ein "liebhabender Gott" ist in unserem Kulturkreis durch das Christentum extrem verzerrt worden. 
Allah ist barmherzig und gerecht. Das dürfte es besser treffen als "liebhaben".
Nun zu Deiner Frage: Allah ist so barmherzig und gerecht, dass er jedem Menschen den Lohn gibt, den er durch sein Handeln verdient. Allerdings sollten wir uns von dem Gedanken freimachen, dass wir beurteilen könnten, was gerecht und barmherzig für Allah ist. Es ist seine Entscheidung.
Wenn sich aber ein Mensch entscheidet, ein Leben ohne Gott zu führen, wird Allah ihm jenen Lohn geben, den er - indem er sich von Allah lossagte - verdient hat. Das Konzept eines liebenden Gottes hingegen schickt alle Menschen in den Himmel und ignoriert nicht nur seine Taten, sondern auch sein Wollen, ein so liebender Gott ist allerdings weder gerecht noch barmherzig.

Salam,
Abraham
#4
Hallo skayser,

Möge Allah dich rechtleiten.

„Bedeutet das, dass man nur den rechten Weg findet, wenn Allah es so möchte? Falls ja, warum sollen nicht alle das Recht darauf haben, den rechten Weg zu finden? Hat Allah denn nicht alle gleich lieb?“


Nur als Ergänzung und näherer Erläuterung:

Die Aussage Allahs in dem genannten Vers bedeutet nicht, dass Allah willkürlich den Einen rechtleitet, der es nicht verdient und den Anderen in die Irre gehen lässt, der sich Mühe gibt die Wahrheit zu finden. Denn, dass wäre ungerecht und Allah erklärt im Koran:


"Allah tut gewiss nicht im Gewicht eines Stäubchens Unrecht."(4:40)

Dass Allah rechtleitet wen er will bedeutet dass keiner rechtgeleitet sein kann ohne dass Allah es so möchte und erlaubt, du wirst also keinen finden, der rechtgeleitet ist ohne dass Allah es so wollte, denn nichts geschieht ohne Seine Erlaubniss, sondern alles geschieht im Rahmen von Allahs Willen und Macht. So sagt allah z. b. In Koran:

"Gewiss, du kannst nicht rechtleiten, wen du gern (rechtgeleitet sehen) möchtest. Allah aber leitet recht, wen Er will.“ (28:56)

Das bedeutet erst mal Allah ist es der die Herzen der Menschen zur Wahrheit leitet.

Allahs Wille ist aber mit seiner Gerechtigkeit verbunden, deshalb leitet er den Recht der es verdient und lässt den irren der es verdient  und sich nicht leiten lassen will so sagt Allah z.B.:

„Und Allah leitet das Volk der Frevler nicht recht.“(9:24) und 
„Allah leitet das Ungläubige Volk nicht recht.“ (9:37)
„Gewiß, Allah leitet nicht recht, wer ein Lügner und beharrlicher Ungläubiger ist.“ (39:3)

Dass bedeutet - wie du schon selbst erkannt hast- diejenigen, die die Wahrheit ablehnen nachdem sie zu ihnen gekommen ist und darauf beharren, die bekommen das was sie sich durch ihre Taten verdienen. Diejenigen, die  ehrlich sind und nach der Wahrheit suchen, die bekommen die Rechtleitung.

Der Grund dafür,dass manche Menschen in die Irre gehen ist aufgrund ihrer eigenen Taten und nicht weil Allah sie durch seinen Willen dazu zwingt:

„Wer rechtschaffen handelt, der (tut es) zu seinem eigenen Vorteil, und wer Böses tut, der (tut es) zu seinem eigenen Nachteil.Und dein Herr ist keiner, der den Dienern Unrecht zufügt.“ (41:46)

 „Und sag: (Es ist) die Wahrheit von eurem Herrn. Wer nun will, der soll glauben, und wer will, der soll ungläubig sein. Gewiß, Wir haben den Ungerechten ein Feuer bereitet, dessen Zeltdecke sie umfangen hält.“(18:29)


„Gewiß, Wir haben für die Menschen das Buch mit der Wahrheit auf dich hinabgesandt. Wer sich nun rechtleiten läßt, der (tut das) zu seinem eigenen Vorteil; und wer in die Irre geht, der geht nur zu seinem eigenen Nachteil in die Irre. Und du bist nicht (als) Sachwalter über sie (eingesetzt).“(39:41)

Und zu deiner Frage ob Allah nicht alle Menschen liebt so ist die Antwort: Nein. Allah Liebt sicherlich nicht diejenigen, die Ihn leugnen Ihm ungehorsame sind und Unheil auf der Erde anrichten, denn Allah ist gerecht und  Allah sagt :"(...)Und Allah weiß den Unheilstifter von dem zu unterscheiden, der Gutes tut.(...)(2:220) 

Dass heißt Allah behandelt den Gläübigen nicht wie den Ungläubigen und den Unheilstifter nicht wie den der Gutes tut, das gehört zur Gerechtigkeit Allah des Allmächtigen. 

Ich hoffe das war verständlich ausgedrückt, falls du etwas nicht verstehst dann frag ruhig nach.
اللهم اجعل أسعد أيامي يوم ألقاك



#5
Hallo Sebastian,

ergänzend zu den Erläuterungen der Geschwister vor mir möchte ich noch hinzu fügen:
Kein Geschöpf kann dich rechtleiten oder dir auch nur eine Sünde vergeben, weder du dich/dir selbst noch eine Person am Infostand noch ein Priester oder "Heiliger".
Allah s.w.t. liebt jeden, der sich Ihm aufrichtig und reumütig zuwendet. Egal, wie dieser Mensch zuvor gelebt hat, was dieser Mensch zuvor getan hat, jeder bekommt von Ihm eine Chance. Dass du an jenem Tag den Infostand gesehen und aufgesucht hast ist kein "Zufall" gewesen. Wie viele Menschen sind achtlos vorbei gegangen, die nur mit ihren oberflächlichen Vergnügungen beschäftigt (gefangen) sind?
Möge Allah s.w.t. jeden Wahrheit Suchenden rechtleiten.
#6
Salamulaikum warahmatulah.

Es gibt einen Hadith wo der Prophet Muhammad ﷺ Singemäß sagt. Jede Tat wirkt sich auf dem Herzen wie ein Kunststoff-Teppich der Stich für Stich hergestellt wird.
Wenn es eine Tat war dann bekommt das Herz einen weißen Fleck. Wenn die Tat schlecht war dann bekommt das Herz einen schwarzen Fleck.
Wenn das Herz vollständig schwarz geworden ist, dann kann die Person zwischen gut und schlecht nicht mehr unterscheiden und es kann keine Rechtleitung empfangen. Bucharie -weil das Herz abgestorben ist (die Fitra).

Man weiß äußerlich aber nicht wer dazu gehört, deswegen soll man trotzdem versuchen die Leute rechtzuleiten.
#7
Vielen lieben Dank für den Link zum Tafsir und euren ausführlichen Antworten. Was ich dadurch gelernt habe, ist, dass der gesamtkoranische Kontext ungemein wichtig ist.

Der von mir zitierte Versausschnitt mag sich etwas nach göttlicher Willkür anhören (oder zumindest lässt sich das hineininterpretieren), das im Koran gezeichnete Gesamtbild der Sache ist jedoch ein anderes. Ein gerechter / barmherziger Allah und wir Menschen, die wir aus freien Stücken in die Irre gehen können; wenn wir darauf beharren.

Gibt es Koranstellen in denen Allah auch "Verirrte" (die aber im Innersten kein Böses Herz haben und nicht vorsätzlich falsch gehen) rechtleitet? Das würde dem Gottesbild entsprechen, was ich von einem barmherzigen Gott habe. Ein Gott der besorgt ist um seine Schafe, sich nichts sehnlicher wünscht, als das ein jedes den rechten Weg findet (manchmal halt mit einem Schubser in die richtige Richtung) und der nicht gleich beim ersten Fehltritt jemanden als Irrenden abstempelt. Das klingt jetzt vielleicht etwas überzeichnet, aber ich hoffe, dass ihr versteht, was ich meine.

Ein gutes Vergleichsbeispiel ist das Gleichnis vom verlorenen Schaf in der Bibel (Lukas 15,1-7). Der Hirte lässt 99 brave Schafe friedlich stehen, um sich auf die Suche nach dem einen verlorenen Schaf zu machen. Und wenn er es findet und heimbringt, ist er über alles glücklich.

Und ja, Abraham, meine Formulierung mit Anrecht haben, klingt etwas anmaßend. Eine bessere Formulierung fällt mir gerade nicht ein.

Tausend Dank nochmals für euer Feedback und eure Zeit. Ich bin total positiv überrascht und finde es genial, dass euer Forum diese Unterabteilung für Nichtmuslime hat. Danke.
#8
(10-03-2016, 08:58 PM)skayser schrieb: Gibt es Koranstellen in denen Allah auch "Verirrte" (die aber im Innersten kein Böses Herz haben und nicht vorsätzlich falsch gehen) rechtleitet?

Das weiß ich nicht.

Wenn du jedoch einen Muslim hier oder woanders fragst, ob er in der Vergangenheit gleich des verlorenen Schafes war, so würde er zweifelsohne zustimmen. Auch ich.

Der zweite Khalif, Umar bin Al-Khattab, würde ebenfalls zustimmen, wäre er am Leben, denn er war (vor seiner Konvertierung) ein Feind, der den letzten Propheten töten wollte.
Außerdem spottete man über ihn; dass der Kamel (oder Esel?) seines Vaters eher Muslim wird als Umar bin Al-Khattab.

Viele Feinde des Islam wurden zu Lebzeiten des Propheten zu Muslime.
Ein Wunder, das noch heute zu sehen ist.

[NEGATIVE SQUARED LATIN CAPITAL LETTER B]Eine Empfehlung[/B]:
Lies dir mal die Geschichten (zum Weg des Islam) durch, die viele Muslime niederschrieben.
#9
(10-03-2016, 08:58 PM)skayser schrieb: Gibt es Koranstellen in denen Allah auch  "Verirrte" (die aber im Innersten kein Böses Herz haben und nicht vorsätzlich falsch gehen) rechtleitet? Das würde dem Gottesbild entsprechen, was ich von einem barmherzigen Gott habe. Ein Gott der besorgt ist um seine Schafe, sich nichts sehnlicher wünscht, als das ein jedes den rechten Weg findet (manchmal halt mit einem Schubser in die richtige Richtung) und der nicht gleich beim ersten Fehltritt jemanden als Irrenden abstempelt. Das klingt jetzt vielleicht etwas überzeichnet, aber ich hoffe, dass ihr versteht, was ich meine.

2.37. Da empfing Adam von seinem Herrn Worte, und darauf nahm Er seine Reue an. Er ist ja der Reue-Annehmende und Barmherzige.[/url]

113 der 114 Suren fangen mit "Im Namen des Allerbarmers des Barmherzigen..."


2.137. Wenn sie an das gleiche glauben, woran ihr glaubt, dann sind sie somit rechtgeleitet. Wenn sie sich jedoch abkehren, dann befinden sie sich in Widerstreit. Aber gegen sie wird Allah dir genügen. Er ist der Allhörende und Allwissende.



2.160. außer denjenigen, die bereuen und verbessern und klar machen. Ihre Reue nehme Ich an, Ich bin ja der Reue-Annehmende und Barmherzige.

4.17. Die Annahme der Reue obliegt Allah nur für diejenigen, die in Unwissenheit Böses tun und hierauf beizeiten bereuen. Deren Reue nimmt Allah an. Und Allah ist Allwissend und Allweise.
[url=http://www.alhamdulillah.net/modules.php?name=Quran&file=index&action=display&surano=2&ayatno=160]
Abu Hamza Anas ibn Malik al-Ansari ® berichtet, dass der Gesandte Allahs (s) versicherte: "Allah ist mehr erfreut über die Reue Seines Dieners als einer von euch es wäre, wenn er sein in einer gewaltigen Wüste verlorenes Reitkamel plötzlich wiederfindet." (Al- Bukhari und Muslim)

Die Version bei Muslim lautet: "Allah ist mehr erfreut über die Reue Seines Dieners als einer von euch es wäre, dem sein Reittier mit seinem gesamten Proviant in einer Wüste davongelaufen ist, und der, nachdem er die Hoffnung, es wiederzufinden, bereits aufgegeben und sich in den Schatten eines Baumes gelegt hatte, sein Tier plötzlich, während er dort liegt, mit baumelndem Zügel direkt vor sich stehend findet, und der überglücklich sagt: 'Oh Allah, Du bist mein Diener und ich bin Dein Herr!`, wobei er sich vor lauter Freude derart verspricht."
[Riyad us-Salihin Nr. 15
]




Abu Musa Abdullah ibn Qais al-Asch'ari ® berichtet, dass der Prophet (s) sagte: "Allah reicht Seine Hand nachts, damit der Sünder des Tages bereue, und Er reicht Seine Hand tagsüber, damit der Sünder der Nacht bereue, solange, bis die Sonne im Westen aufgehen wird."*** (Muslim)

***Das heißt: bis zum Jüngsten Tage.
[Riyad us-Salihin Nr. 16]


Von Abu Hurairah, Allahs Wohlgefallen auf ihm, wird berichtet, dass der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte:„Allah schaut nicht auf eure Gestalten und eure Güter, sondern auf eure Herzen. Wer also ein rechtschaffenes Herz hat, mit ihm wird Allah nachsichtig sein. Denn wahrlich, ihr seid alle Kinder Adams. Und derjenige von euch, den ich am meisten liebe, ist derjenige, der am gottesfürchtigsten ist.“ Im Wortlaut von Muslim ist noch folgende Ergänzung überliefert worden: „[…] eure Herzen und Taten.“

der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, in einem Ĥadīth in einer wunderbaren Art und Weise erklärt, als er sagte: „Fürwahr, im Körper ist ein kleiner Fleischklumpen; und wenn er gesund ist, ist der gesamte Körper gesund, und wenn er schlecht ist, ist der gesamte Körper schlecht. Fürwahr, dies ist das Herz.“Bukhary 

mehr Überlieferungen zu vielen Themen:

http://islamische-datenbank.de/Al-Bayan/

so wie ich das sehe bist du christ?

lies eventuell auch mal hier:
http://islam-forum.info/Thema-alles-lob-gebuehrt-Allah-buch-fuer-christen?highlight=alles+lob+gebührt

möge Allah dich rechtleiten
Abdullah Ibn 'Umar,radiallahu anhum berichtete, dass der Gesandte Allahs,sallalahu aleihi wa salam sagte: "Der Muslim ist des Muslims Bruder. Ihn darf er weder unterdrücken noch zugrunde gehen lassen. Wer seinem Bruder in der Not beisteht, dem steht Allah in seiner eigenen Not bei.“.Bukhary


#10
Allah s.w.t. liebt die reumütigen zurück kehrenden Sünder.
Nur einige Überlieferungen aus dem Leben des Gesandten - Friede und Segen auf ihm -, der nicht aus persönlicher Begierde gesprochen und gehandelt hat.
Quelle: Riyad us Salihin "Gärten der Tugendhaften" (auszugsweise)
http://islamische-datenbank.de/Riyad-us-Salihin/

Anas ibn Malik ® überliefert, dass der Gesandte Allahs (s) von seinem Herrn, dem Allmächtigen und Erhabenen, erzählte, dass dieser spricht: "Wenn sich einer Meiner Diener Mir eine Spanne nähert, komme Ich ihm eine Elle entgegen. Nähert er sich Mir eine Elle, komme ich ihm die Weite seiner ausgestreckten Arme entgegen. Und wenn er zu mir gehend kommt, laufe ich ihm entgegen." (Al-Bukhari)
[Riyad us-Salihin Nr. 96]

Ibn Abbas und Anas ibn Malik ® überliefern, dass der Gesandte Allahs (s) sagte: "Wenn der Sohn Adams*** ein Tal voller Gold hätte, wäre er auf zwei erpicht. Und nichts würde seinen Mund stopfen, als Erde. Doch Allah wendet Sich jedem reumütigen Sünder zu." (Al-Bukhari und Muslim)
***Mit dem Sohn Adams ist der Mensch gemeint.
[Riyad us-Salihin Nr. 23]

Ibn Mas'ud ® erzählte: Es ist, als ob ich den Gesandten Allahs (s) vor mir sähe, als er von einem der Propheten (as) erzählte, wie sein Volk ihn schlug, bis er blutete, und er wischte sich das Blut aus dem Gesicht und sagte: "Oh Allah, vergib meinem Volk, denn sie sind unwissend." (Al-Bukhari und Muslim)
[Riyad us-Salihin Nr. 646]

Abu Hamza Anas ibn Malik al-Ansari ® berichtet, dass der Gesandte Allahs (s) versicherte: "Allah ist mehr erfreut über die Reue Seines Dieners als einer von euch es wäre, wenn er sein in einer gewaltigen Wüste verlorenes Reitkamel plötzlich wiederfindet." (Al- Bukhari und Muslim)
Die Version bei Muslim lautet: "Allah ist mehr erfreut über die Reue Seines Dieners als einer von euch es wäre, dem sein Reittier mit seinem gesamten Proviant in einer Wüste davongelaufen ist, und der, nachdem er die Hoffnung, es wiederzufinden, bereits aufgegeben und sich in den Schatten eines Baumes gelegt hatte, sein Tier plötzlich, während er dort liegt, mit baumelndem Zügel direkt vor sich stehend findet, und der überglücklich sagt: 'Oh Allah, Du bist mein Diener und ich bin Dein Herr!`, wobei er sich vor lauter Freude derart verspricht."
[Riyad us-Salihin Nr. 15]

Abu Huraira ® berichtet, dass der Gesandte Allahs (s) sagte: "Keiner von euch soll sich den Tod wünschen. Wenn er (rechtschaffen und) wohltätig ist, könnte er (seinen Wohltaten) noch mehr hinzufügen, und wenn er ein Sünder ist, könnte er sich von der Sünde abkehren." (Al- Bukhari und Muslim)
Die zitierte Fassung stammt von Al-Bukhari.
In der Version von Muslim heißt es unter Berufung auf Abu Huraira, dass der Gesandte Allahs (s) sagte: "Keiner von euch soll sich den Tod wünschen, und sollte auch nicht beten, dass er stirbt, bevor der Tod zu ihm kommt; denn wenn er stirbt, kann er keine (guten) Taten mehr vollbringen. Das lange Leben eines Gläubigen bringt ihm nur Gutes."
[Riyad us-Salihin Nr. 585]

Abu Huraira ® erzählte, dass der Prophet (s) folgendes Gleichnis erzählte: Ein Mann verspürte, als er des Weges zog, großen Durst. Beim Erreichen eines Brunnens stieg er in diesen hinab, trank Wasser zur Genüge und stieg wieder hinauf. Da sah er einen Hund mit hängender Zunge, der vor lauter Durst Schlamm aufleckte. Der Mann sagte zu sich, dass der Hund den gleichen Durst verspüren müsse, den er selbst wenig zuvor gehabt hatte. So stieg er nochmals in den Brunnen hinab, füllte seinen Lederstrumpf mit Wasser, stieg wieder hinauf - wobei er den Strumpf mit seinen Zähnen festhielt - und gab dem Hund zu trinken. Allah schätzte die Tat dieses Mannes und vergab ihm seine Sünden. Der Prophet (s) wurde gefragt: "Oh Gesandter Allahs (s), werden wir auch für Freundlichkeit gegenüber Tieren belohnt?" Er antwortete: "Es gibt Belohnung für Freundlichkeit gegenüber jedem Lebewesen." (Al-Bukhari und Muslim)
In der Version bei Al-Bukhari endet der Hadith mit: "Allah dankte ihm sein Tun, vergab ihm (seine Sünden) und ließ ihn ins Paradies eingehen."
Eine andere Version lautet: Ein Hund umkreiste voller Durst den Rand eines Brunnens, als eine Prostituierte vom Volke Israel das Tier sah, ihren Lederstrumpf in den Brunnen hinabließ, etwas Wasser heraufzog und dem Hund zu trinken gab. Ihr wurde aufgrund dieser Tat vergeben.
[Riyad us-Salihin Nr. 126]

Abul-Abbas Sahl ibn Sa'd as-Sa'idi ® erzählte folgendes: Einst saßen wir bei dem Propheten (s), als ein Mann an uns vorbeiging. Der Prophet (s) fragte einen von uns: "Was denkst du von diesem Mann?" Er antwortete: "Ich denke, er ist ein edler Herr. Bei Allah, er kann erfolgreich um die Hand jeder Frau bitten, ohne dass man ihn zurückweist, und für jeden erfolgreich Fürsprache einlegen." Der Gesandte Allahs (s) schwieg. Danach kam ein anderer vorbei, und der Gesandte Allahs (s) fragte jenen Mann wieder: "Und was denkst du über diesen?" Er antwortete: "Oh Gesandter Allahs! Das ist irgendein armer Muslim! Bei Allah, man wird ihn ablehnen, wenn er um die Hand einer Braut bitten sollte, und ihn zurückweisen, wenn er für jemanden sprechen sollte, und kein Mensch würde ihm zuhören." Daraufhin sprach der Gesandte Allahs (s): "Dieser (arme Muslim) ist (in der Waagschale Gottes) besser als alle Bewohner der Erde des anderen Typs." (Al-Bukhari und Muslim)
[Riyad us-Salihin Nr. 253]

Abu Said Sa'd ibn Malik ibn Sinan al-Khudri ® berichtet, dass der Prophet Allahs (s) erzählte, dass es in der Vergangenheit in einem Volk einen Mann gab, der 99 Menschen getötet hatte. Dieser fragte nach dem gelehrtesten Menschen, den es auf der Welt gebe. Man nannte ihm einen Mönch, und er ging zu ihm und sagte: "Ich habe neunundneunzig Menschen getötet. Gibt es irgendeine Art von Buße für mich?" Er antwortete: "Nein." Daraufhin tötete er auch den Einsiedler und vervollständigte damit die Zahl seiner Opfer auf hundert. Der Mörder fragte nun erneut: "Wer ist der gelehrteste Mensch auf der Welt?" Man verwies ihn an einen gelehrten Menschen. Er ging also zu ihm und sagte: "Ich habe einhundert Menschen getötet. Gibt es irgendeine Art von Buße für mich?" Der gelehrte Mann sagte: "Ja. Nichts kann zwischen dir und Reue stehen: Begib dich zu dem und dem Land. In diesem Land gibt es (fromme) Leute, die Allah, den Erhabenen anbeten. Schließ dich ihnen an, diene Allah und kehre nicht in dein Heimatland zurück, denn es ist eine schlimme Gegend." Der Mann brach zu diesem Land auf. Er hatte gerade die Hälfte des Weges hinter sich gebracht, als er starb. Nun entstand ein Streit zwischen dem Gnadenengel und dem Plagenengel darüber, wer die Verwahrung seiner Seele übernehmen sollte. Der Gnadenengel sprach: "Er hat sich reumütig Allah zugewendet." Der Plagenengel entgegnete: "Er hat niemals etwas Gutes getan." Da kam ein Engel in Menschengestalt, und sie setzten ihn als Schiedsrichter zwischen ihnen ein. Er wies sie an, die Entfernung zwischen den zwei Ländern auszumessen. Welchem Land er näher sei, zu dem solle er gehören. Sie führten also die Messung durch, und fanden, dass er dem Land, zu dem er gehen wollte, näher sei. Also übernahmen ihn die Gnadenengel. (Al- Bukhari und Muslim)
In einer anderen Sahih-Version heißt es, dass er eine Handbreite näher an dem Land der frommen Menschen war, und dementsprechend wurde er als einer der ihren angesehen.
Eine andere Sahih-Version lautet, dass Allah, der Erhabene, befahl, dass die eine Seite sich erweitern und die andere schrumpfen solle, und dann sagte Er: "Nun messt zwischen den beiden!", und er wurde eine Handbreite näher an seinem Ziel gefunden, und ihm wurde vergeben. In einer weiteren Version heißt es, dass er kriechend vorankam.
[Riyad us-Salihin Nr. 20]


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