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Sure 74:31 / Der rechte Weg liegt in Allahs Gnade
#10
Allah s.w.t. liebt die reumütigen zurück kehrenden Sünder.
Nur einige Überlieferungen aus dem Leben des Gesandten - Friede und Segen auf ihm -, der nicht aus persönlicher Begierde gesprochen und gehandelt hat.
Quelle: Riyad us Salihin "Gärten der Tugendhaften" (auszugsweise)
http://islamische-datenbank.de/Riyad-us-Salihin/

Anas ibn Malik ® überliefert, dass der Gesandte Allahs (s) von seinem Herrn, dem Allmächtigen und Erhabenen, erzählte, dass dieser spricht: "Wenn sich einer Meiner Diener Mir eine Spanne nähert, komme Ich ihm eine Elle entgegen. Nähert er sich Mir eine Elle, komme ich ihm die Weite seiner ausgestreckten Arme entgegen. Und wenn er zu mir gehend kommt, laufe ich ihm entgegen." (Al-Bukhari)
[Riyad us-Salihin Nr. 96]

Ibn Abbas und Anas ibn Malik ® überliefern, dass der Gesandte Allahs (s) sagte: "Wenn der Sohn Adams*** ein Tal voller Gold hätte, wäre er auf zwei erpicht. Und nichts würde seinen Mund stopfen, als Erde. Doch Allah wendet Sich jedem reumütigen Sünder zu." (Al-Bukhari und Muslim)
***Mit dem Sohn Adams ist der Mensch gemeint.
[Riyad us-Salihin Nr. 23]

Ibn Mas'ud ® erzählte: Es ist, als ob ich den Gesandten Allahs (s) vor mir sähe, als er von einem der Propheten (as) erzählte, wie sein Volk ihn schlug, bis er blutete, und er wischte sich das Blut aus dem Gesicht und sagte: "Oh Allah, vergib meinem Volk, denn sie sind unwissend." (Al-Bukhari und Muslim)
[Riyad us-Salihin Nr. 646]

Abu Hamza Anas ibn Malik al-Ansari ® berichtet, dass der Gesandte Allahs (s) versicherte: "Allah ist mehr erfreut über die Reue Seines Dieners als einer von euch es wäre, wenn er sein in einer gewaltigen Wüste verlorenes Reitkamel plötzlich wiederfindet." (Al- Bukhari und Muslim)
Die Version bei Muslim lautet: "Allah ist mehr erfreut über die Reue Seines Dieners als einer von euch es wäre, dem sein Reittier mit seinem gesamten Proviant in einer Wüste davongelaufen ist, und der, nachdem er die Hoffnung, es wiederzufinden, bereits aufgegeben und sich in den Schatten eines Baumes gelegt hatte, sein Tier plötzlich, während er dort liegt, mit baumelndem Zügel direkt vor sich stehend findet, und der überglücklich sagt: 'Oh Allah, Du bist mein Diener und ich bin Dein Herr!`, wobei er sich vor lauter Freude derart verspricht."
[Riyad us-Salihin Nr. 15]

Abu Huraira ® berichtet, dass der Gesandte Allahs (s) sagte: "Keiner von euch soll sich den Tod wünschen. Wenn er (rechtschaffen und) wohltätig ist, könnte er (seinen Wohltaten) noch mehr hinzufügen, und wenn er ein Sünder ist, könnte er sich von der Sünde abkehren." (Al- Bukhari und Muslim)
Die zitierte Fassung stammt von Al-Bukhari.
In der Version von Muslim heißt es unter Berufung auf Abu Huraira, dass der Gesandte Allahs (s) sagte: "Keiner von euch soll sich den Tod wünschen, und sollte auch nicht beten, dass er stirbt, bevor der Tod zu ihm kommt; denn wenn er stirbt, kann er keine (guten) Taten mehr vollbringen. Das lange Leben eines Gläubigen bringt ihm nur Gutes."
[Riyad us-Salihin Nr. 585]

Abu Huraira ® erzählte, dass der Prophet (s) folgendes Gleichnis erzählte: Ein Mann verspürte, als er des Weges zog, großen Durst. Beim Erreichen eines Brunnens stieg er in diesen hinab, trank Wasser zur Genüge und stieg wieder hinauf. Da sah er einen Hund mit hängender Zunge, der vor lauter Durst Schlamm aufleckte. Der Mann sagte zu sich, dass der Hund den gleichen Durst verspüren müsse, den er selbst wenig zuvor gehabt hatte. So stieg er nochmals in den Brunnen hinab, füllte seinen Lederstrumpf mit Wasser, stieg wieder hinauf - wobei er den Strumpf mit seinen Zähnen festhielt - und gab dem Hund zu trinken. Allah schätzte die Tat dieses Mannes und vergab ihm seine Sünden. Der Prophet (s) wurde gefragt: "Oh Gesandter Allahs (s), werden wir auch für Freundlichkeit gegenüber Tieren belohnt?" Er antwortete: "Es gibt Belohnung für Freundlichkeit gegenüber jedem Lebewesen." (Al-Bukhari und Muslim)
In der Version bei Al-Bukhari endet der Hadith mit: "Allah dankte ihm sein Tun, vergab ihm (seine Sünden) und ließ ihn ins Paradies eingehen."
Eine andere Version lautet: Ein Hund umkreiste voller Durst den Rand eines Brunnens, als eine Prostituierte vom Volke Israel das Tier sah, ihren Lederstrumpf in den Brunnen hinabließ, etwas Wasser heraufzog und dem Hund zu trinken gab. Ihr wurde aufgrund dieser Tat vergeben.
[Riyad us-Salihin Nr. 126]

Abul-Abbas Sahl ibn Sa'd as-Sa'idi ® erzählte folgendes: Einst saßen wir bei dem Propheten (s), als ein Mann an uns vorbeiging. Der Prophet (s) fragte einen von uns: "Was denkst du von diesem Mann?" Er antwortete: "Ich denke, er ist ein edler Herr. Bei Allah, er kann erfolgreich um die Hand jeder Frau bitten, ohne dass man ihn zurückweist, und für jeden erfolgreich Fürsprache einlegen." Der Gesandte Allahs (s) schwieg. Danach kam ein anderer vorbei, und der Gesandte Allahs (s) fragte jenen Mann wieder: "Und was denkst du über diesen?" Er antwortete: "Oh Gesandter Allahs! Das ist irgendein armer Muslim! Bei Allah, man wird ihn ablehnen, wenn er um die Hand einer Braut bitten sollte, und ihn zurückweisen, wenn er für jemanden sprechen sollte, und kein Mensch würde ihm zuhören." Daraufhin sprach der Gesandte Allahs (s): "Dieser (arme Muslim) ist (in der Waagschale Gottes) besser als alle Bewohner der Erde des anderen Typs." (Al-Bukhari und Muslim)
[Riyad us-Salihin Nr. 253]

Abu Said Sa'd ibn Malik ibn Sinan al-Khudri ® berichtet, dass der Prophet Allahs (s) erzählte, dass es in der Vergangenheit in einem Volk einen Mann gab, der 99 Menschen getötet hatte. Dieser fragte nach dem gelehrtesten Menschen, den es auf der Welt gebe. Man nannte ihm einen Mönch, und er ging zu ihm und sagte: "Ich habe neunundneunzig Menschen getötet. Gibt es irgendeine Art von Buße für mich?" Er antwortete: "Nein." Daraufhin tötete er auch den Einsiedler und vervollständigte damit die Zahl seiner Opfer auf hundert. Der Mörder fragte nun erneut: "Wer ist der gelehrteste Mensch auf der Welt?" Man verwies ihn an einen gelehrten Menschen. Er ging also zu ihm und sagte: "Ich habe einhundert Menschen getötet. Gibt es irgendeine Art von Buße für mich?" Der gelehrte Mann sagte: "Ja. Nichts kann zwischen dir und Reue stehen: Begib dich zu dem und dem Land. In diesem Land gibt es (fromme) Leute, die Allah, den Erhabenen anbeten. Schließ dich ihnen an, diene Allah und kehre nicht in dein Heimatland zurück, denn es ist eine schlimme Gegend." Der Mann brach zu diesem Land auf. Er hatte gerade die Hälfte des Weges hinter sich gebracht, als er starb. Nun entstand ein Streit zwischen dem Gnadenengel und dem Plagenengel darüber, wer die Verwahrung seiner Seele übernehmen sollte. Der Gnadenengel sprach: "Er hat sich reumütig Allah zugewendet." Der Plagenengel entgegnete: "Er hat niemals etwas Gutes getan." Da kam ein Engel in Menschengestalt, und sie setzten ihn als Schiedsrichter zwischen ihnen ein. Er wies sie an, die Entfernung zwischen den zwei Ländern auszumessen. Welchem Land er näher sei, zu dem solle er gehören. Sie führten also die Messung durch, und fanden, dass er dem Land, zu dem er gehen wollte, näher sei. Also übernahmen ihn die Gnadenengel. (Al- Bukhari und Muslim)
In einer anderen Sahih-Version heißt es, dass er eine Handbreite näher an dem Land der frommen Menschen war, und dementsprechend wurde er als einer der ihren angesehen.
Eine andere Sahih-Version lautet, dass Allah, der Erhabene, befahl, dass die eine Seite sich erweitern und die andere schrumpfen solle, und dann sagte Er: "Nun messt zwischen den beiden!", und er wurde eine Handbreite näher an seinem Ziel gefunden, und ihm wurde vergeben. In einer weiteren Version heißt es, dass er kriechend vorankam.
[Riyad us-Salihin Nr. 20]
#11
Hallo skayser,

hoffentlich haben wir dich nicht allzu sehr überfordert.

Was ich unbedingt noch hinzufügen möchte, ist:

Auf der Startseite von DWIH findet man über 4 Seiten tolle Geschichten über den islamischen Weg vieler Geschwister.

Hier findest du, wenn Allah will, deinen Punkt zum Orientieren, bzgl. der Wahrheit.

Ebenso wird hier die Frage, wer der (in der Bibel) angekündigte Prophet war, beantwortet.

Allah sagt im Quran:

"Denjenigen aber, die an Allah und Seine Gesandten glauben und keinen Unterschied zwischen jemandem von ihnen machen, denen wird Er ihren Lohn geben. Allah ist Allvergebend und Barmherzig." (4:152)

Wenn du der Meinung bist, dass es keine zwei, drei, vier oder fünf Götter gibt, sondern nur einen einzigen vollkommenen Gott, dann wurden all Seine Propheten einzig und allein von Ihm beauftragt. Ist ja logisch.

Und wie du sicherlich weißt, machen wir Muslime zwischen den Gesandten keinen einzigen Unterschied. Sie alle wurden allein von Allah beauftragt.
#12
Hallo skayser,

"Der von mir zitierte Versausschnitt mag sich etwas nach göttlicher Willkür anhören (oder zumindest lässt sich das hineininterpretieren),"

Die Sorge vor Gottes Willkür steckt hier drinnen?
Was ist Willkür? In Wikipedia wird Willkür definiert als "Rechtsanwendung ohne sachlichen Grund".
Was aber ist sachlicher Grund? Unter einem sachlichen Grund verstehen wir etwas, das wir selbst verstehen. Ein Grund muss uns einleuchtend sein. Dann gehen wir davon aus, er wäre keine Willkür. Leuchtet uns ein Grund nicht ein, betrachten wir ihn als Willkür.
Der Mensch hat immer Angst vor den Dingen, die er nicht versteht. Er sucht immer nach Sicherheiten. Göttliche Willkür macht ihm Angst. Es gibt so einige Menschen, die vom Islam zum Christentum konvertieren, weil sie glauben, dass sie dadurch eine Sicherheit für den Himmel hätten. Die Bibel bzw. das mehrfach veränderte "Neue Testament" sichert ihnen das quasi zu. Objektiv betrachtet können wir aber keine Sicherheit bekommen, weil wir nicht von unserer heutigen Situation auf unser zukünftiges Leben schließen können. Wir wissen heute nicht, ob wir immer gut handeln werden, ob wir immer die Gebete zuverlässig verrichten usw. Wir wissen nicht einmal heute, ob wir wirklich so gut sind, wie wir uns das selbst einreden.
Aber weißt Du, es gibt etwas, das viele Muslime von vielen Christen unterscheidet: Sie brauchen keine Sicherheit, weil sie Gottvertrauen haben, weil sie in Allahs Gerechtigkeit und seine Barmherzigkeit vertrauen.
Dieses Gottvertrauen ist wichtig, denn es führt uns zu der Überzeugung, dass Gott gerecht handeln wird, dass möglicherweise etwas, das wir als willkürlich empfinden, gar nicht so willkürlich ist. Wir Menschen fühlen uns oft willkürlich schlecht behandelt, weil unser Ego meint, wir müssten immer an erster Reihe stehen.
Schon den Versuch zu unternehmen, Gottes Logik in irgendeine Logik zu pressen, muss zum Scheitern führen. Wir können Allah -swt- nicht verstehen, wir wissen aber, dass er alles im Universum in eine Beziehung zum anderen gestellt hat: die Luft ist so geschaffen, dass wir atmen und leben können, das Obst ist so gemacht, dass wir es essen können. Gott zeigt uns also, dass er eine Gerechtigkeit und Barmherzigkeit hat, die alles zueinander in Beziehung setzt. 
Allah kann willkürlich handelt, er braucht keine Gesetzmäßigkeiten. Während viele Christen glauben, Gott hätte am Kreuz sterben müssen, um Gerechtigkeit wieder her zustellen, wissen wir, dass Allah - swt - nur mit seinem Finger schnipsen muss, um etwas ins Dasein treten zu lassen. Allah -swt- hat uns vielfach in Wundern gezeigt, dass er die Naturgesetze seiner Schöpfung auch einfach durchbrechen kann: Moses - Friede sei auf ihm - spaltete das Meer, Mohammed - Friede und Segen auf ihm - spaltete den Mond.
Allah -swt- kann fern von unserem Verstand die Dinge jederzeit durchbrechen, das kann er ganz "willkürlich" tun.

"Ein gerechter / barmherziger Allah und wir Menschen, die wir aus freien Stücken in die Irre gehen können; wenn wir darauf beharren."

Allah -swt- wollte das Schlechte, ja. Denn Allah -swt- hätte es in der Hand gehabt, eine Welt ohne Übel zu schaffen, ohne Sünde, ohne Unglauben. Natürlich liebt er es nicht, wenn wir in die Irre gehen, aber er liebt es, wenn wir durch den Irrtum das tun, was gut ist, was richtig ist. Das Leben ist eine Prüfung, aber wer soll geprüft werden, wenn er nicht falsch handeln kann? Er lässt zu, dass wir Schlechtes tun und er gibt uns den Lohn für unser schlechtes Tun.

"Ein Gott der besorgt ist um seine Schafe, sich nichts sehnlicher wünscht, als das ein jedes den rechten Weg findet (manchmal halt mit einem Schubser in die richtige Richtung) und der nicht gleich beim ersten Fehltritt jemanden als Irrenden abstempelt. Das klingt jetzt vielleicht etwas überzeichnet, aber ich hoffe, dass ihr versteht, was ich meine."

Man muss glaube ich dieses Gleichnis mit den Schafen im Kontext sehen. Historisch teilte sich Israel in das Nord- und Südreich Israel. Eine der größten Hoffnungen des jüdischen Volkes war, dass die 12 Stämme Israels irgendwann wieder vereinigt werden. Die 10 Stämme - das Nordreich Israel - blieben allerdings verschollen. Samarien war die damalige Hauptstadt des Nordreiches. Das Nordreich ist aber nie zurückgekehrt. Jesu sagte bei seiner Aussendung der Jünger: "Gehet nicht zu den Heiden und ziehet nicht in der Samariter Städte, sondern gehet hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel.…" (Mt 10,5). Weder in Samarien konnte man die verlorenen Schafe finden, noch interessierten ihn die Heiden. Es findet sich hier die uralte Sehnsucht des Volkes Israel, irgendwann wieder vereinigt zu werden.

Es hat also nichts mit der arabischen Welt zu tun, noch mit uns Heiden. Wenn wir Jesus ernst nehmen, wurde er nicht zu uns geschickt, denn wir sind keine Israeliten, die verloren gingen.

Das moderne Christentum macht daraus, dass der liebende Gott jedem Sünder hinterherläuft, dass er sich - dieser Logik folgend - für die Sünden der Welt selbst hingibt. Wenn aber Allah, der allmächtige und allwissende jedem einzelnen Sünder hinterherläuft, wäre es nicht gerecht, dass so viele Sünder leiden müssen, dass Unschuldige sterben. Ja, Allah - wt -freut sich über jeden Menschen, der sich entscheidet und sich zu ihm hinwendet. Dafür wird er ihn den Lohn geben. Und Allah -wt- ist es, der Dein Herz in die richtige Richtung drängt, aber die Entscheidung, dieser Herzensrichtung zu folgen und Dich auf ihn einzulassen, das ist eine persönliche Entscheidung und die musst Du selbst treffen. Wenn Du Dich seiner Herzensprägung widersetzt, ja dann will er es, dass Du auch dafür die Früchte erntestet.Dennoch schickte er immer wieder Propheten, um uns die Wahrheit zu zeigen. Z.b. gibt es viele Christen, in deren Herzen Allah - wt- den Glauben an den einen Gott verwurzelt hat und die den Koran kennen, und die auch wissen, dass ihre Kirche irrt, dennoch gehen sie nicht den Schritt und entscheiden sich.

Gruss, Abraham,
  


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