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der Status der Sunna im islam
#1
Der Status der Sunna im Islam
VonSheikh Muhammad Nasirud-Din al-Albani

Aus dem Englischen übersetzt von F. Umm ´Abdillah
Ergänzende Anmerkungen und veränderte Version von Abu Imran
Überarbeitet von Farouk Abu Anas

Kooperatives Büro für die Da'wa-Arbeit unter Ausländern in Rabwah/Riyadh (Saudi-Arabien)
1429-2008


http://www.islamhouse.com
Der Islam für Alle zugänglich!


بســم الله الرحمن الرحيـم
Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen

Einleitung:
Lobpreis sei Allah, Barmherzigkeit und Friede mit dem Gesandten und denen, die ihnen folgen.
Dies ist ein Vortrag, den ich in der Stadt Doha, der Hauptstadt Katars, im gesegneten Monat Ramadan 1393 n. H. hielt. Einige meiner Freunde haben mir vorgeschlagen, meinen Vortrag zu veröffentlichen, da die Muslime eine Arbeit dieser Art benötigten. Als Reaktion auf ihre Bitte drucke ich ihn zur allgemeinen Verbreitung im Hinblick auf seinen Vorteil, rückblickend auf die Erinnerungen und die Geschichte. Ich habe einige getrennte Überschriften hinzugefügt, um dem Leser zu helfen, Hauptgedanken zusammen¬zufassen.
Ich bete zu Allah dem Allmächtigen, dem Herrlichen, mich zu jenen zu zählen, die ihre Religion verteidigen und jenen, welche helfen, das Gesetz in Kraft zu setzen, und dass er mich dafür belohnt. Er ist wahrlich der Allbarmherzigste in der Erhörung meines Gebetes.
Damaskus, 22 Muharram 1394 n. H


Der Status der Sunna im Islam
Eine Erklärung, die untrennbar vom Qur’an ist


Alles Lob sei Allah, wir preisen Ihn, suchen seine Hilfe und seine Vergebung. Wir suchen Zuflucht bei Allah vor dem Bösen unserer Seelen und vor dem Bösen unserer Taten. Einen, den Allah rechtleitet, niemand kann ihn fehlleiten, und einer, der fehlgeleitet ist, niemand kann ihn rechtleiten. Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt, außer Allah, und dass Muhammad Sein Diener und Sein Gesandter ist.

"Oh ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah wahrhaftig und sterbt nicht anders denn als Muslime" [Sura 3:102]

"Oh ihr Menschen, fürchtet euren Herrn, der euch geschaffen hat aus einem einzigen Wesen, und aus ihm erschuf er seine Gattin, und aus den beiden ließ er viele Männer und Frauen entstehen. Und fürchtet Allah. Er wird euch danach fragen und nach der Blutsverwandtschaft. Wahrlich, Allah wacht über euch und eure Taten." [Sura 4:1]

"Oh ihr Gläubigen. Fürchtet Allah und sprecht aufrechte Worte. Er wird euch eure Sünden vergeben. Und wer Allah und seinem Gesandten gehorcht, der hat gewiss einen gewaltigen Gewinn erlangt." [Sura 33:70-71]


Die beste Rede ist das Buch Allahs. Die beste Führung ist die Führung Muhammads Sas. Von allen Angelegenheiten ist die schlechteste die Neuerung, und jede Neuerung ist eine Irreführung, und jede Irreführung führt zum Höllenfeuer.
Ich glaube nicht, dass ich in der Lage sein werde, dieser hohen Versammlung, insbesondere den berühmten Gelehrten und Professoren unter den Anwesenden, Wissen darzubieten, womit man sich zuvor noch nicht beschäftigt hat. Wenn, was ich denke, wahr ist, werde ich überaus zufrieden sein, dass meine Ansprache eine Erinnerung (Mahnung) sein wird, wie der Qur’an sagt: "Mahne, denn die Ermahnung wird den Gläubigen nützen." [Sura 51:55]

Ich wollte nicht, dass meine Rede in dieser gesegneten Nacht des Monats Ramadan, eine Ausführung über seine Vorzüge, Regeln und Praktiken ist, was in der Regel die Prediger und Lehrer angehen, (und zwar) aufgrund der Vorteile, die sie den Hörern bieten, und um Gutes und Segen für sie zu erreichen. Vielmehr habe ich eine Rede auserwählt, die eine Analyse genereller Natur sein soll, (und das Thema) ist sicherlich eines der Fundamente der Scharia (islamisches Gesetz). Diese Abhandlung ist eine Erklärung der Bedeutung der Sunna im islamischen Gesetz.

Die Rolle der Sunna im Hinblick auf den Qur’an

Ihr wisst alle, dass Allah, der Gesegnete und Mächtige, Muhammad Sas als Seinen Propheten auserwählt und ihn ausgesucht hat, die letzte Botschaft zu übermitteln. Der Qur’an wurde ihm offenbart, und dieser befahl ihm, alles zu befolgen, was Er ihm zu tun befahl, dass heißt, Seine Botschaft den Menschen zu übermitteln. Allah sagt: "Und Wir haben zu dir die Ermahnung hinabgesandt, damit du den Menschen klar machst, was ihnen offenbart wurde". [Sura 16:44]

Ich denke, dass die Erklärung, die in diesem Vers erwähnt wird, zwei Befehle beinhaltet:

1. Die Erklärung des Wortes und seine Ordnung. Dies ist die Übermittlung des Qur’ans und das Offenkundige darin und sein Nutzen für die Menschheit, so, wie es Allah, der Segenreiche, der Allmächtige, dem Herzen des Propheten Sas offenbart hat, was das Ziel Seiner Worte ist: "Oh Gesandter Allahs, verkünde, was dir von deinem Herrn offenbart wurde" [Sura 5:67]
´Aischa, möge Allah mit ihr zufrieden sein, hat in einem Hadith gesagt: "Wer auch immer sagt, dass Muhammad Sas etwas von dem verborgen hätte, was ihm befohlen wurde, zu übermitteln, (so) ist das eine große Verleumdung gegen Allah." Dann rezitierte sie den oben genannten Vers.

Und gemäß der Überlieferung von Muslim: "Wenn der Gesandte Allahs sallalahu alaihi wa salim etwas verborgen hätte, was ihm befohlen war, zu verkünden, (so) hätte er auch die Worte Allahs :swt: verborgen: "Und da sprachst du zu dem, dem Allah Gnade erwiesen hatte und dem du Gnade erwiesen hattest: `Behalte deine Frau für dich und fürchte Allah´. Und du verbargst das, was du in dir hegtest, das, was Allah doch offenlegen wird, und du fürchtetest die Menschen, während Allah es ist, Den du in Wirklichkeit fürchten solltest." [Sura 33:37]

2. Die Erklärung der Bedeutung des Wortes, Satzes oder Verses, für die der Mensch eine Erklärung braucht, und diese bezieht sich meistens auf umfassende (Mujmal), allgmeine (Amah) oder uneingeschränkte (Mutlaq) Verse.
Dann kommt die Sunna, erklärt die Sätze und spezifiziert die Verse, die Amah genannt werden und definiert, was Mutlaq ist, d.h. (diese Erklärung erfolgt) in Verbindung mit der Aussage des Propheten sallalahu alaihi wa salim, seiner Handlung und den Taten, die er (durch Schweigen billigte/bekräftigte. (Siehe hierzu Fußnote zu Qawli Sunna).

QualiyahHiermit ist eine bestimmte Form des Hadith gemeint. Darunter versteht man, dass bestimmte Gefährten des Propheten oder auch Einzelne eine „Aussage“ des Propheten sallalahu alaihi wa salim überliefern (Sunna Qauliyah), die in den Hadithbüchern verzeichnet ist. Überliefert man hingegen eine Handlung des Propheten, also dass er „etwas“ macht, so ist dies eine „Sunna Fi’liyah“, eine Form der Sunna, die sich auf die Taten des Propheten sallalahu alaihi wa salim bezieht. Falls der Prophet sallalahu alaihi wa salim schweigsam seine Billigung gab, wenn er einen Gefährten sah, der eine Handlung vollzog, so ist dies auch eine Form der Sunna, die „Sunna Taqririyah“ genannt wird. Dies ist also zugleich eine Kategorisierung des Hadith. Manche beinhalten direkte Worte des Propheten sallalahu alaihi wa salim, manche Beschreibungen seiner Handlungen und manche seine schweigsame Billigung/Akzeptanz (Anm. des Revidenten).

Die Notwendigkeit der Sunna beim Verständnis des Qur’ans und Gleichnisse dazu

Allah sagt: "Der Dieb und die Diebin: trennt ihnen ihre Hände ab" [Sura 5:38]
Dies ist ein passendes Beispiel hierfür. Der Dieb (in diesem Vers) ist allgemein, ebenso die Hand. Die Sunnah Qauliyah erklärt den ersten Teil (bzgl. des Diebes) und definiert ihn als einen Dieb, der etwas stiehlt, was mindestens einen viertel Dinar wert ist, gemäß der Aussage des Propheten sallalahu alaihi wa salam: "Es gibt kein Abschneiden der Hand, außer bei einer gestohlenen Sache, die 1/4 Dinar oder mehr wert ist.“ Der zweite Teil (bzgl. der Hand) wurde durch die Handlungsweise des Propheten sallalahu alaihi wa salam erklärt bzw. durch die Handlungsweise seiner Gefährten und seine Bestätigung dieser. Sie pflegten die Hand des Diebes vom Handgelenk abzutrennen , wie es aus Hadithsammlungen bekannt ist.

Die Sunna Qauliyah erklärt die Hand, die im Vers über Tayammum erwähnt wird: "Und streicht damit über eure Gesichter und Hände" [Sura 5:6].
Damit ist auch die Handfläche gemeint, wie es im Hadith steht: "Tayammum ist das streichen über das Gesichts und die Hände." .

Es gibt andere Verse, die ohne die Sunna nicht eindeutig verstanden werden können:

1. "Die da glauben und ihren Glauben nicht mit Ungerechtigkeiten verdecken- sie sind es, die Sicherheit haben und die rechtgeleitet werden." [Sura 6:82]
Die Gefährten des Propheten sallalahu alaihi wa salam verstanden das Wort "Ungerechtigkeit" in seiner allgemeinen Bedeutung, dass damit alles schlechte gemeint ist, selbst wenn die Tat gering war. In dieser Hinsicht waren sie aufgrund des Verses von Zweifel geprägt, und sie sagten: "Oh Gesandter Allahs, wer von uns hat denn nicht (bereits) seinen Glauben betrübt? Er sallalahu alaihi wa salam sagte: "es ist nicht dies. Es ist nur der Schirk . Habt ihr denn nicht gehört, was Luqman sagte: "Wahrlich, Schirk ist eine große Ungerechtigkeit (dhulm)"?" [Sura 31:13]

2. Allah sagt: "Wenn ihr auf der Erde reist, so ist es keine Sünde für euch, wenn ihr das Gebet verkürzt, aus Angst, die Ungläubigen könnten euch bedrängen" [Sura 4:101]
Aus diesem Vers ist ersichtlich, dass Angst für das Verkürzen der Gebete auf Reisen eine Voraussetzung ist. Einige der Gefährten des Propheten sallalahi alaihi wa salam fragten ihn: "Warum verkürzen wir unser Gebet, während wir in Sicherheit sind?" Er sagte: "Es ist ein Geschenk von Allah an euch, also akzeptiert es." Überliefert von Muslim

3. Allah sagt: "Verboten ist euch das Verendete sowie das Blut." [Sura 5:3]
Hinsichtlich der Erläuterung dieses Verses, (so) sind (gemäß Sunna) tot aufgefundene Heuschrecken und Fische, Leber und Milz mit Blut, erlaubt. So sagte der Prophet sallalahu alaihi wa salam: "Er hat zwei tote Dinge und Blut erlaubt: die Heuschrecken und den Fisch, die Leber und die Milz..." Baihaqi und andere haben diesen Hadith als "Marfu" sowie als "Mauquf" aufgezeichnet. Die Überlieferungskette des "Mauquf"-Hadiths ist authentisch, und er ist so gut wie eine "Marfu"-Überlieferungen, denn so etwas wird nicht von der eigenen Meinung gesagt.

Marfu/Mauquf: Wenn die Überlieferungskette beim Propheten sallahu alaihi wa salam endet, so nennt man diesen Hadith „Marfu“. (Anm. Des Revidenten)
Wenn die Überlieferungskette bei einem Gefährten endet, so nennt man diesen Hadith „Mauquf“. (Anm. Des Revidenten)


4. Allah sagt: "Sprich: Ich finde in dem, was mir offenbart worden ist, nichts, was einem Essenden zu essen verboten wäre, außer es ist Verendetes oder ausgeflossenes Blut oder Schweinefleisch, denn es ist eine Unreinheit oder ein Greuel, worüber ein anderer Name als der Name Allahs angerufen worden ist". [Sura 6:145]

Die Sunna hat viele Sachen verboten, die nicht in dem obengenannten Vers erwähnt sind, so z.B. im Ausspruch des gesegneten Propheten sallalahu alaihi wa salam: "Alle Raubtiere mit Stoßzähnen (Hauern) und alle Klauenvögel sind zum Verzehr verboten." Es gibt andere Überlieferungen, welche den Verzehr solcher Tiere verbieten, wie z.B. in der Überlieferung eines Ausspruches des Propheten sallalahu alaihi wa salam am Tag des Khayber: "Allah und Sein Gesandter haben den Verzehr von Hauseseln verboten, denn sie sind unrein."

5. Allah sagt: "Wer hat den Schmuck Allahs verboten, den Er für Seine Diener hervorgebracht hat und die guten Dinge der Versorgung". [ Sura 7:32]
Die Sunna hat auch verdeutlicht, dass einiges an Schmuck verboten ist. Es ist authentisch überliefert worden, dass der Propheten sallalahu alaihi wa salam eines Tages zu seinen Gefährten ging und ein seidenes Gewand in einer Hand und Gold in seiner anderen hielt und sagte: "Diese sind verboten für die männlichen dieser Gemeinschaft und erlaubt für die weiblichen."

Die Hadithe in dieser Bedeutung sind viele und bekannt, (und zwar) in beiden authentischen Hadithsammlungen und in anderen. Ähnliche Beispiele sind jenen Gelehrten, die mit Hadithen und islamischer Rechtsprechung vertraut sind, gut bekannt.
Aus dem Vorangegangenen wird uns klar – liebe Brüder -, wie bedeutend die Sunna im Islamischen Gesetz ist. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit wieder auf die Beispiele richten, die wir erwähnt haben, neben den anderen die wir nicht erwähnten, sind wir ganz sicher, dass es keine Möglichkeit gibt, den Qur’an richtig zu verstehen, außer in Verbindung mit der Sunna.

Im ersten Beispiel haben wir das Verständnis der Sahaba bezüglich des Wortes "dhulm", was im Vers oben erwähnt wurde, die dieses Wort in seiner allgemeinen Bedeutung verstanden haben, trotz der Tatsache, dass sie, Allahs Wohlgefallen auf ihnen, wie ibn Mas´ud berichtete "die Besten, die Frömmsten, die Gelehrtesten, die Wenigsten in der Verstellung (Heuchelei) dieser Gemeinschaft waren". Trotz all diesem haben sie sich im Verständnis dieses Verses geirrt. Wäre nicht der Prophet sallalahu alaihi wa salam gewesen, der sie von ihrer falschen Meinung abbrachte und in die richtige Richtung wies, indem er sie lehrte, dass die korrekte Bedeutung des Wortes "dhulm" im Kontext "Schirk" ist, wären wir ihrem Fehler gefolgt. Allah, der Gesegnete und Allerhöchste, rettete uns vor dieser falschen Deutung durch die Barmherzigkeit der richtigen Führung des Propheten sallalahu alaihi wa salam und seiner Sunna.

Und im zweite Beispiel: Wäre nicht der oben erwähnte Hadith, wären wir im immernoch im Zweifel über die Verkürzung des Gebetes während einer Reise in Sicherheit, wenn wir "Angst" als Bedingung für das Kürzen des Gebets, wie im Vers offensichtlich, festgesetzt hätten. Bis die Gefährten den Propheten sallalahu alaihi wa salam das Gebet verkürzen sahen, auch wenn er in Sicherheit war.

Und im dritten Beispiel: Wäre nicht der Hadith gewesen, hätten wir uns den Verzehr der guten Dinge verboten, die uns erlaubt sind: Heuschrecken, Fisch, Leber und Milz.

Und im vierten Beispiel: Wären nicht die Hadithe gewesen, von denen wir einige erwähnt haben, hätten wir Dinge erlaubt, die Allah durch den Befehl des Propheten sallalahu alaihi wa salam verboten hat, wie die Raubtiere und Vögel mit Klauen.

Und ebenso das fünfte Beispiel: Wären nicht die Hadithe gewesen, die diese Fragen beantworten, hätten wir Dinge erlaubt, die Allah durch die Worte des Propheten sallalahu alaihi wa salam verboten hat, wie Gold und Seide (für Männer).

Deshalb sagten einige Vorfahren (as-salaf), dass die Sunna den Hukm (Gesetz, Urteil) des Buches (des Qur’ans) verkündet.

Der Irrweg derer, die ohne Sunna (nur) mit dem Qur’an zufrieden sind

Es ist eine bedauerliche Sache, dass man in den Arbeiten einiger Kommentatoren und zeitgenössischen Autoren findet, dass es erlaubt sei zu tun, was in den letzten beiden Beispielen Erwähnung fand: der Verzehr von Raubtieren und das Tragen von Gold und Seide, indem man sich bei der Erklärung nur an den Qur’an hält (unter Ausschluss der Sunna).

Heutzutage existiert sogar eine Sekte, die "Qur’aniten" genannt werden, die gemäß ihrer Launen und Phantasien kommentieren, ohne die Erklärung der authentischen Sunna zu suchen. Sie akzeptieren und folgen nur jenem Teil der Sunna, der ihren Wunschvorstellungen entspricht, den Rest werfen sie weg. Und als ob der Prophet sallalahu alaihi wa salam diese Leute in einem authentischen Hadith beabsichtigte: "Ich will keinen von euch zurückgelehnt auf seinem Sofa sitzen sehen, wenn meine Anweisungen und Verbote zu ihm gelangen und er sagt: ‚Ich weiss nicht, wir befolgen was wir in Allahs Buch vorzufinden.’" In einer anderen Überlieferung heißt es: "‚Was im Buch Allahs verboten wurde, werden wir verbieten.’ Wahrlich mir wurde der Qur’an und ein Gleiches mit ihm gegeben." Und in einer anderen Überlieferung heißt es: "Wahrlich, was der Gesandte Allahs verboten hat, ist wie das, was Allah verboten hat."

Es ist eine Sache des Bedauerns, dass ein renommierter Autor ein Buch über das Islamische Recht und seine Glaubensgrundsätze geschrieben hat und in seinem Vorwort sagt, dass er sich bei der Verfassung nur auf den Qur’an berufen hat.
Dieser authentische Hadith ist ein absoluter Beweis, dass das Gesetz des Islam -Asch-Schariah- nicht bloß Qur’ran, sondern Qur’an und Sunna ist. Deshalb, wer auch immer als Referenz nur an einer Quelle festhält, unter Nichtberücksichtigung der anderen, der hält sich an keine der beiden fest, da beide einander ergänzen und eins sind. Darüberhinaus erwähnen sie beide die Pflicht des Befolgens des anderen.
Allah sagt: "Wer dem Gesandten gehorcht, der gehorcht Allah." [Sura 4:80]

Und Allah sagt: "Aber nein, bei deinem Herrn! Sie glauben nicht eher, bis sie dich über das richten lassen, was zwischen ihnen umstritten ist, und hierauf in sich selbst keine Bedrängnis finden durch das, was du entschieden hast, und sich in voller Ergebung fügen." [Sura 4:65]

Allah sagt weiter: "Weder für einen gläubigen Mann noch für eine gläubige Frau gibt es, wenn Allah und Sein Gesandter eine Angelegenheit entschieden haben, die Möglichkeit, in ihrer Angelegenheit zu wählen. Und wer sich Allah und Seinem Gesandten widersetzt, der befindet sich ja in deutlichem Irrtum." [Sura 33:36]

Weiterhin sagt Allah: "Was euch der Gesandte lehrt/gibt, nehmt es an; und was er euch untersagt, dessen enthaltet euch." [Sura 59:7]


In Verbindung mit diesem Vers bin ich über Ibn Mas´uds Bestätigung erstaunt, möge Allahs Wohlgefallen auf ihm sein, und zwar: eine Frau kam zu ihm und erzählte ihm: "Du sagst:" Möge Allahs Zorn auf "al-Namisat" und "al- Mutanamisat" sein und auf denen, die sich tätowieren." Er sagte: "Ja." Sie sagte: "Ich laß das Buch Allahs von seinem Anfang bis zu seinem Ende. Ich habe darin nicht gefunden, was du gesagt hat." Er antwortete ihr: "Wenn du es (wirklich) gelesen hast, dann hättest du gefunden, was du suchst. Hast du nicht gelesen: "Was euch der Gesandte lehrt/gibt, nehmt es an; und was er euch untersagt, dessen enthaltet euch."" Sie sagt: "Gewiss." Darauf sagte er: "Ich hörte den Gesandten Allahs sagen: "Möge Allahs Zorn auf "al-Namisat" sein."

Namisat:eine Frau, die ihre oder andere Leute Augenbrauen herauszieht (zupft) , damit sie zu einer dünneren Linie werden, um Schönheit zu erlangen. Die ist verboten, da es ein Mittel ist die Form von Allahs Schöpfung zu ändern. Mutanamisah: eine Frau, die andere Leute bittet, dies für sie zu tun.

Unzulänglichkeit der Sprachwissenschaft, um den Qur’an zu verstehen

Ausgehend vom oben Genannten, ist es klar, dass es für jemanden mit all seiner Gelehrsamkeit in der arabischen Sprache unmöglich ist, den Qur’an ohne die Hilfe der Sunna des Propheten sallalahu alaihi wa salam, seinen Aussagen und Taten, zu verstehen. Die Gefährten des Propheten sallalahu alaihi wa salam waren die besten in der Sprache, in der der Qur’an offenbart wurde, als sie nicht durch die Inkorrektheit der Sprache des einfachen Volkes oder ihre grammatischen Fehler verunstaltet wurde. Dennoch gingen sie fehl in den oben aufgeführten Versen, als sie sich nur auf die Sprache stützten.

Es ist selbstverständlich, dass ein Mann, der über die Sunna gut informiert ist, geeigneter ist, den Qur’an zu verstehen und die Regeln von ihm abzuleiten, als jemand, der darin unwissend ist. Wie kann sie eine Quelle für jemanden sein, der ihr (d.h. der Sunna) keinen Wert beimisst und sich nicht auf sie bezieht? Deshalb ist es ein Teil der Prinzipien, über die sich die Gelehrten einig sind, dass der Qur’an sowohl durch den Qur’an selbst als auch durch die Sunna, und danach mit den Aussagen der Sahaba ... u.s.w. interpretiert werden sollte.
Genau hier wird die Irrweg der scholastischen Theologen (Ahlu al-Kalam; Philosophen etc.), sowohl aus der früheren als auch aus unserer Zeit, klar. Außerdem wird ihre Abweichung in den Glaubensgrundlagen deutlich, die sich von der Auffassung der Salaf, Allahs Wohlgefallen auf ihnen, unterscheidet. Diese Unterschiede gibt es dann erstrecht in der Urteilen der Rechtssprechung. Sie sind von der Sunna und dem Wissen darüber weit entfernt, und sie verlassen sich auf ihren Verstand und auf ihre Gelüste, um über Verse bezüglich der Attribute Allahs und andere zu entscheiden.

Und besonders gut ist das, was in der Darstellung von al-Aqida at-Tahawiya (Seite 212, vierte Ausgabe) geschrieben steht: „Wenn jemand die Grundlagen der Religion (usul-ud-din) nicht aus dem Buch und der Sunna nimmt, sondern irgendwelche Behauptungen des so und so, wie kann dann so einer über die Grundlagen der Religion reden? Wenn er behauptet, dass er vom Buche Allahs nimmt, dabei aber nicht die Qur’ankommentare auf der Basis der prophetischen Überlieferungen nimmt und nicht ihn ihnen forscht, und auch nicht in den Aussagen der Gefährten (Sahaba) des Propheten und denen, die ihnen in Gutem gefolgt sind, welche uns die Überlieferer übermittelt
haben, die von den Kritikern (d.h. Kritiker der Überliefererketten) gewählt wurden, sich dazu anmaßt, ohne diese Überlieferungen den Qur’an zu deuten, so sollen sie wissen, dass sie (die Sahaba) nicht nur das System und die Ordnung des Qur’ans übermittelt haben, sondern auch seinen poetischen Ausdruck und seine Bedeutung. Sie haben den Qur’an nicht gelernt, wie Kinder es tun, sondern ihn gemeinsam mit seiner Deutung einstudiert. Jemand, der nicht ihrem Weg folgt, spricht aus seinem eigenem Gelüst. Jemand, der das tut und dabei denkt, es wäre die Religion Allahs und redet, ohne dies aus dem Buch Allahs und der Sunna zu entnehmen, der begeht eine Sünde, selbst wenn zutrifft, was er sagt. Jemand, der vom Qur’an und der Sunna nimmt, wird Allahs Lohn dafür erhalten, selbst wenn er falsch liegt. Und wenn er Recht hat, wird sein Lohn doppelt sein.“

Weiter sagt er (S.217): "Was obligatorisch ist, ist die gänzliche Unterordnung gegenüber dem Propheten sallalahu alaihi wa salam, die Ausführung seiner Befehle und die Bestätigung und Annahme der Überlieferungen von ihm (und über ihn), ohne mit falschen Ideen, die ma´qul (das, was nur vom Verstand akzeptiert wird) genannt werden, entgegenzutreten, und ohne ihn mit Zweifel oder Beschwerden zu begegnen, oder die Meinung von anderen Leuten und den Schund ihres Intellekts (den Überlieferungen der Aussagen des Propheten) vorzuziehen. Wir sehen den Gesandten sallahu alaihi wa salam als den Einen in Rechtsprechung, Unterordnung, Gehorsam und Nachgiebigkeit an, so wie wir Allah, den Ruhmreichen als den Einen ansehen, den wir mit Demut, Ergebenheit, Reue und Vertrauen anbeten."

Zusammengefasst: Es ist die Pflicht aller Muslime, nicht zwischen Qur’an und Sunna zu unterscheiden, von ihnen beiden das Gesetz zu entnehmen.

Das ist eine Absicherung für sie, so dass sie nicht rechts oder links fallen mögen, und dass sie nicht in Fehler zurückfallen mögen, wie es der Prophet sallalahu alaihi wa salam erklärte: "Ich lasse zwei Dinge bei euch zurück. Ihr werdet niemals fehlgehen, wenn ihr an ihnen festhaltet: den Qur’an und meine Sunna. Und sie werden sich nicht trennen bis sie zum Haudh (Becken des Propheten) zurückgebracht werden."
Ich sage nicht wie es unter vielen Gelehrten verbreitet ist "der Quran wird mit dem Quran erklärt, wenn dies nicht geht, dann mit der Sunna". Dies wird am Ende des Buchs bezüglich des Hadith von Mu'adh ibn Jabal, Allahs Wohlgefallen, näher ausgeführt.


Wichtiger Hinweis

Es ist selbstverständlich, dass ich hiernach sage: Die Sunna, die einen bedeutenden Einfluss auf das Islamische Gesetz hat, ist nur jene Sunna, die von den wissenschaftlichen Zweigen und authentischen Überliefererketten, die den Gelehrten des Hadith und Wissenden über die Hintergründe der Überlieferer bekannt sind, bekräftigt wurden. Es ist nicht jene (Sunna), die in verschiedenen Werken des Tafsir (Qur’ankommentaren) zu finden ist, auch nicht jene in islamischer Rechtsprechung (Fiqh) und in verschiedenen Schriften des Verlangens, der Einschüchterung, der Ratschläge, der Mahnung und weiterer Werke.
Sie beinhalten schwache, unechte und erfundene Hadithe, von denen sich der Islam los sagt, wie die Geschichte von "Harut und Marut" und die Geschichte von "Gharaniq". Ich habe einen speziellen Artikel, der sie widerlegt und in gedruckter Form vorhanden ist. Einen großen Teil davon habe ich in einem großen Buch gesammelt, welches "Eine Kette schwacher und erfundener Hadith und ihr schlechter Einfluss auf die Gemeinschaft" heißt. Ihre Zahl hat bis zum heutigen Tag etwa viertausend Hadithe erreicht.

Es ist obligatorisch für den Gelehrten, speziell für denjenigen, der sein Wissen von Fiqh und rechtlichen Meinungen in der Öffentlichkeit verbreitet, dass er nicht mit einem Hadith argumentiert, es sei denn, er hat sich von seiner Authentizität überzeugt. Bücher über Rechtsprechung, an die sie sich wenden, sind oftmals mit Überlieferungen gefüllt, die weder überprüft (beglaubigt) sind noch irgendeine Grundlage aufweisen, wie es den Gelehrten wohlbekannt ist.

Ich habe ein wichtiges Projekt begonnen und ich denke, dass es von Nutzen für diejenigen sein wird, die sich mit der Rechtsprechung befassen, und ich werde es "Schwache und Erfundene Hadithe in den wesentlichen Rechtsbüchern des Fiqh“ nennen, womit ich meine:

1. Al-Hidaya von Marghinani, im Hanafi Fiqh.
2. Al-Mudawwanah von Ibn-Qasim, im Maliki Fiqh.
3. Scharhul-Wajiz von al-Rafii, im Schafii Fiqh.
4. Al-Mughni von Ibn-Qudamah, im Hanbali Fiqh.
5. Bidayatul Mujtahid, von Ibn Ruschd-al-Andalusi, im vergleichenden Fiqh.
Ich bedaure, dass ich nicht die Möglichkeit hatte, es zu beenden, da das Journal "Al- Wa´i- al-islami al-kuweiti", welches versprochen hatte, es zu veröffentlichen, dies nach dem Durchsehen nicht druckte.

Obwohl ich diese Möglichkeit versäumte, wird es mir vielleicht bei einer anderen Gelegenheit gelingen, so Allah will, um meinen Brüdern, die sich mit Rechtsprechung beschäftigen, einen genau studierten Kurs anzubieten, um ihnen zu helfen, ihr Wissen über die verschiedenen Kategorien des Hadith mit Hinblick auf die verschiedenen Quellen von Hadithbüchern zu erleichtern (zu fördern), mit einer Erklärung ihrer speziellen Natur, Charakter und ihrer Verlässlichkeit. Allah ist die Quelle des Erfolges.

Schwäche des Hadith von Muadh über ra’y (eigene Meinung) und ihre Widerlegung

Bevor ich meine Rede beende, glaube ich, dass ich die Aufmerksamkeit der anwesenden Brüder auf einen bekannten Hadith lenken muss. Nur die wenigsten Bücher über die Gundlagen der Rechtsprechung sind frei von diesem Hadith, welcher schwach im Bezug auf seine Überliefererkette (isnaad) ist und dem widerspricht, was wir aus dieser Rede gefolgert haben, nämlich die Illegimität der Unterscheidung im Gesetz zwischen dem Qur’an und der Sunna; und die Notwendigkeit beides zu nehmen. Es ist der Hadith von Muadh ibn Jabal, möge Allahs Wohlgefallen auf ihm sein, dass der Prophet sallalahu alaihi wa salam als er ihn in den Jemen sandte, zu ihm sagte: "Wonach wirst du urteilen?" Er sagte: "Nach dem Buch Allahs." Dann fragte er: "Und wenn du in diesem keine Richtlinie findest?" Er sagte: "Dann nach der Sunna." Dann fragte er: "Und wenn du in diesem keine Richtlinie findest?" Er sagte: "Ich werde mich anstrengen, eine eigene Meinung zu bilden." Er sagte: "Gelobt sei Allah, Der den Boten des Gesandten Allahs erfolgreich macht, so wie es der Prophet möchte."

Was die Schwäche seines "Isnaad" (Überliefererkette) angeht, es gibt jetzt nicht genügend Spielraum, um dies hier zu erklären. Aber ich habe dies klar in dem oben erwähnten Werk erklärt.

Es wird nun ausreichen zu erwähnen, dass der Führer der Gläubigen in den Hadithwissenschaften, "Imam Al-Buchari" , möge sich Allah seiner erbarmen, sagt, dass der Hadith nicht bekannt (munkar) ist. Danach habe ich die Erlaubnis, mit der Erklärung des Widerspruches zu beginnen, den ich erwähnte.

Die Überlieferung von Muadh gibt dem, der ein Urteil zu fällen hat, eine Methode mit drei Stufen, welche nicht die Suche nach einem Urteil im Hinblick auf ra’y (eigene Meinung) erlaubt, außer, wenn er es nicht in der Sunna findet, nachdem er es auch nicht im Qur’an gefunden hat. In Bezug auf ra’y gibt es unter den Gelehrten eine glaubhafte Methode, nach der sie sagen: "Wenn es eine Überlieferung der Taten und Äußerungen des Propheten sallalahu alaihi wa salam gibt, ist die eigene Meinung ungültig.“

Aber in Verbindung zur Sunna trifft das nicht zu [dass man sich zufrieden gibt, wenn man bereits ein Urteil im Qur’an gefunden hat], denn Sunna bestimmt den Qur’an und erklärt ihn. Es ist dann wesentlich, ein Urteil in der Sunna zu suchen, selbst wenn er denkt, dass es im Qur’ran vorkommt, wie wir es erwähnt habe.
Sunna ist nicht in derselben Weise mit dem Qur’an verbunden wie ra’y mit der Sunna. Nein, selbstverständlich nicht. Es ist eher notwendig den Qur’an und die Sunna als eine (gemeinsame) Quelle anzusehen, ohne Unterscheidung zwischen beiden. Dies ist inbegriffen in einer Aussage des Propheten sallahu alaihi wa salam: "Wahrlich, ich bin mit dem Qur’an und etwas Gleichem gekommen." Womit er sallalahu alaihi wa salam die Sunna meinte. Und er sagte: "Sie werden niemals getrennt, bis sie zum Becken kommen. ( d.h. bis um Tag des Jüngsten Gerichts.)"

Die Reihenfolge/Anordnung, die zwischen ihnen erwähnt wurde, ist demnach nicht korrekt, weil die Trennung zwischen ihnen falsch ist, wie wir zuvor erklärt haben.

Dies ist, worauf ich die Aufmerksamkeit lenken wollte. Wenn ich recht habe, ist es von Allah, wenn ich Unrecht habe, ist es von mir. Ich bitte Allah, den Allmächtigen, uns und euch vor den Fehlern und vor allem, was Ihn erzürnt, zu schützen. Ich beende mein Gebet mit "Al-hamdu-lillahi rabbil- ´alamin" - gelobt sei Allah, der Herr der Welten.

Quelle: http://www.al-islaam.de
Übersetzung:F. Umm Abdillah
Überarbeitung: Farouk Abu Anas



Stelle durch Wissen (arab.: Ilm) fest, dass es keinen Gott gibt außer Allah! (47:19)

Rabana atina fi dunja hassanati wa achiratih hassanati wa qina 3athaba nar.


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